Neue Reihe:
„Schwule Quer-Front GEGEN Queer-Vereinnahmung!“
Neue Reihe startet mit seinem ersten Beitrag.
Anlaß ist das Plakat einer Wanderausstellung des Centrums Schwule Geschichte. Im Blick: Wortwahl und historische Einordnung des Plakats, anhand von § 175, der Lage lesbischer Frauen und der Transmenschen im Nationalsozialismus.
Link zum Plaket der Ausstellung!

K O M M E N T A R
Verfälschte historische Szene-Bewegungs-Geschichte durch staatlich finanzierte Queer-Agenda! – Wie ein Sammelbegriff unterschiedliche Verfolgungsgeschichten einebnet und das heute leider längst zur nichtevidenten Routine geworden ist.
Ein weiteres aktuelles Beispiel!
In meinem zum CSD Attentat am 25. Juli 2026 neu entstandenem Lied CSD: BLUT-ROT gefärbt habe ich ja bereits den Queer-Zirkus angesprochen, der immer mehr schwules Alltagsleben verschleiert, ja mir Absicht und propagandagesteuert umdeutet.
Die Ausstellung „Gefährdet leben – Queere Menschen 1933 – 1945“
verwendet einen Begriff, den es zu jener Zeit im Deutschen überhaupt nicht gab. „Queer“ tauchte im deutschsprachigen Raum in den Neunzigerjahren allenfalls vereinzelt auf, etwa in Form einer einzelnen Kölner Zeitschrift mit dem Namen „Queer“.
Richtig los ging es mit diesen verengenden Sammelbegriff aber erst Anfang der Zweitausenderjahre, als Vereine und die Öffentlichkeit langsam aber zunehmend nur noch von „queer“ sprachen, statt Schwule, Pädos, Lesben, Transmenschen und andere Minoritäten sichtbar zu lassen. Das ist (nicht nur) für mich Gleichmacherei, Sozialismus pur und Menschenverachtung zugleich, denn man stiehlt diesen Minderheiten ihre eigenen Identitäten, man stiehlt ihnen ihr sprachliches Erscheinungsbild und stülpt allen einen Sammelbegriff über, der zudem noch aus dem angloamerikanischen Raum kommt und eine völlig andere Bedeutung hat.
Für 1933 bis 1945 ist der Begriff „Queer“ ein Anachronismus,
also nicht nur eine falsche Jahreszahl, sondern eine Geschichtsglättung, die im Ergebnis eine massive Geschichts-Verfälschung darstellt: Sie legt eine heutige Sammelkategorie über eine historische Wirklichkeit, die diese Kategorie überhaupt nicht kannte und die weit differenzierter war, als der Ausstellungstitel und dessen Inhalt suggeriert.
Diese Differenzierung zeigt sich besonders deutlich am Paragrafen 175:
Er richtete sich ausschließlich gegen Männer. Im Wortlaut ging es um sexuelle Handlungen zwischen Männern – Frauen kamen darin überhaupt nicht vor.
Eine Ausweitung auf Frauen wurde 1935 zwar diskutiert, aber nicht durchgesetzt. Wer schwule, lesbische und andere Minderheiten-Schicksale unter einem gemeinsamen Verfolgungsbegriff zusammenfaßt, verwischt damit einen rechtlichen, menschlichen und tatsächlichen Unterschied, der für das Verständnis dieser Zeit wesentlich ist: Schwule Männer wurden nach einem eigenen Straftatbestand verfolgt, mit dem rosa Winkel (im KZ) gekennzeichnet, inhaftiert, ja zum Teil ermordet.
Für lesbische Frauen gab es diesen gesetzlichen Zugriff nicht!
Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern ein Kernunterschied, den eine Ausstellung, die sich „Gefährdet leben“ nennt, nicht einfach einebnen sollte.
Das bedeutet nicht, daß lesbische Frauen nicht verfolgt wurden. Sie wurden es, nur eben nicht auf rechtlicher, das heißt nicht auf sexualstrafrechtlicher Ebene: ein Unterschied, den man kennen muß, um beide Verfolgungsgeschichten korrekt darzustellen, statt sie unter einem gemeinsamen Begriff zu verwischen und gleichzusetzen.
Ähnliches gilt für Transmenschen jener Zeit:
Ein eigenes Gesetz gegen sie gab es nicht, seit 1908 schützte der von Magnus Hirschfeld erwirkte „Transvestitenschein“ sogar vor Belangung wegen öffentlichen Auftretens im „falschen“ Geschlecht. Mit der Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft 1933 wurde jedoch auch das zeitgenössische Wissen über Trans-Menschen vernichtet, und der Schein bot danach kaum noch Schutz. Die Verfolgung blieb uneinheitlich und hing vom Einzelfall ab.

Viele unauffällige Trans-Menschen blieben verschont, manchen wurden noch 1937 Scheine oder Namensänderungen genehmigt. Wer jedoch als „homosexueller Transvestit“ eingestuft wurde – insbesondere trans Frauen, die als schwule Männer wahrgenommen wurden –, geriet ins Visier und landete in Einzelfällen im KZ, dokumentiert etwa am Fall Erna Kubbe (eVa Fels: „Transgender im Nationalsozialismus“, 2014, S. 1).
Wiki schreibt zum Transvestiten-Sein im National-Sozialismus dazu:
„Wer im Nationalsozialismus keine homosexuellen Handlungen erkennen ließ oder öffentliches Ärgernis erregte (etwa Menschenaufläufe), blieb als „Transvestit“ jedoch meist unbehelligt[15]. Personenstandänderungen wurden lediglich für intergeschlechtliche Personen zugelassen.“[8][4]
Diese Art der Geschichts-Glättung ist kein Einzelfall für diese Ausstellung.
Sie reiht sich in eine unendliche Entwicklung der letzten dreißig Jahre ein, in der historische Begriffe zunehmend durch heutige Sammelkategorien ersetzt werden, zu Lasten der Genauigkeit, mit der einzelne Verfolgungsschicksale eigentlich beschrieben werden müßten.
Das Gleiche gilt natürlich für die wohl fast gesamte Geschichtsschreibung aller Minderheiten, egal welche Richtung.
Ich weiß mich mit dieser Queer-Kritik nicht allein:
Viele Schwule sehen das genauso, sagen es nur seltener öffentlich. Wir echten Schwulen, wir, die echte bunte Minderheit (die sich dem Queer-Zirkus entzieht) waren und sind für echte Vielfalt, wir haben sie gelebt, lange bevor sie zum Slogan wurde und wir wollen sie weiter sichtbar – aber nicht der Mehrheit aufdrängend – zeigen: jede Gruppe mit ihrer eigenen Geschichte, ihrem eigenen Namen.
Die Querbewegung dagegen trägt die Regenbogenfarben zwar vor sich her, ist in ihrer Buntheit aber einfarbig: Sie stellt alles unter einen einzigen Oberbegriff und macht aus vielen Farben eine einzige graue Masse. Genau dagegen wird diese Quer-Front weitergehen und weiter aufbegehren – nicht gegen Vielfalt, sondern für sie, für die Sichtbarkeit jeder einzelnen Minderheit, statt für einen Oberbegriff, der vereinnahmt und bevormundet, wo er zu vereinen vorgibt.
Sozialismus pur!
Letzte Anmerkung:
Positiv fällt mir dagegen die Wortwahl „Menschen“ auf, statt der sonst üblichen System-Begrifflichkeiten, wie „Personen“ oder „Bürger“. Der Mensch ist Mensch unabhängig von jeder rechtlichen Zuschreibung, aber Person und Bürger sind dagegen Rechte-Konstrukte, die einer Gruppe, wie die Geschichte zeigt, auch entzogen werden können.
Als Naturrechtler, der sich 2013 öffentlich als freier Mensch bekannt hat, sehe ich diese Wortwahl deshalb ausdrücklich positiv, unabhängig von der sonstigen Kritik am Titel – auch wenn die Wahl diese Wortes MENSCH ganz sicher nicht unter der wirklichen Bedeutung auf naturrechtlichen Ebene gewählt wurde.
Rosa von Zehnle.
schreibendER, herausgebER, musikmachER, kreativER, volks-
philosophierendER & naturrechtlER
zudem
inhabER und machER des
Rosa Archiv & Bibliothek
gegr. 1986 in Leipzig:
und gründER und machER des
175er Verlag & TROTZ Verlag
- – - – - – -
Artikel-Serie beginnend ab 2026 zum Rosa Archiv:
40 Jahre ROSA ARCHIV & Bibliothek 2026
aber auch GLB: Rezensionen & Kommentare
und ebenso die ab 2026 begonnene Reihe:
Hörbeiträge (Podcast)
auch zu Szene-Themen!
Rosa von Zehnle úr
Ùjudvar, 2026.08.11
♛ Rózsa Magyar Rádió ♛
non profit · © q‑art-in 2026
https://175er-verlag.org/.recherchiert/archive/11277
https://1956-hirek.org/11277

Klappentext:
𝐀𝐮𝐬 𝐟𝐫𝐮̈𝐡𝐞𝐫 „𝐆𝐞𝐟𝐚̈𝐡𝐫𝐝𝐞𝐭 𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧“, 𝐰𝐢𝐫𝐝 𝐬𝐞𝐢𝐭 𝐉𝐚𝐡𝐫𝐞𝐧 „(𝐦𝐢𝐭) 𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡𝐢𝐜𝐡𝐭𝐬𝐠𝐥𝐚̈𝐭𝐭𝐮𝐧𝐠 𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧“.
Dreißig Jahre Geschichtsverfälschung: auch diese aktuelle Ausstellung macht wieder fleißig mit!
… 𝐑𝐞𝐢𝐡𝐞: „𝐒𝐜𝐡𝐰𝐮𝐥𝐞 𝐐𝐮𝐞𝐫-𝐅𝐫𝐨𝐧𝐭 𝐆𝐄𝐆𝐄𝐍 𝐐𝐮𝐞𝐞𝐫-𝐕𝐞𝐫𝐞𝐢𝐧𝐧𝐚𝐡𝐦𝐮𝐧𝐠!“ …
Anlaß ist das Plakat einer Wanderausstellung des Centrums Schwule Geschichte. Im Blick: Wortwahl und historische Einordnung des Plakats, anhand von § 175, der Lage lesbischer Frauen und der Transmenschen im Nationalsozialismus.
𝐊 𝐎 𝐌 𝐌 𝐄 𝐍 𝐓 𝐀 𝐑
Verfälschte historische Szene-Bewegungs-Geschichte durch staatlich finanzierte Queer-Agenda! – Wie ein Sammelbegriff unterschiedliche Verfolgungsgeschichten einebnet und das heute leider längst zur nichtevidenten Routine geworden ist.
𝐃𝐞𝐧 𝐤𝐨𝐦𝐩𝐥𝐞𝐭𝐭𝐞 𝐊𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧𝐭𝐚𝐫 𝐝𝐚𝐳𝐮 𝐛𝐢𝐭𝐭𝐞 𝐡𝐢𝐞𝐫:
https://1956-hirek.org/11277
Views: 4
