Ein Lied über Trauer, Spaltung und verlorene Gemeinsamkeit, denn Gewalt trennt heute Menschen und Gespräche und nur echter Respekt bringt sie wieder zusammen. Gedanken zu Gewalt, Polarisierung und politischer Instrumentalisierung. Warum unsere Zukunft nur in der gesellschaftlichen Mitte liegen kann.
Link zum YouTube-Video im Text!

K O M M E N T A R
Von der Regenbogenfahne zur instrumentalisierten Queer-Kampfflagge:
Zurück zum Treffpunkt in der Mitte – Frieden statt Lagerdenken!
Der diesjährige CSD hat etwas sichtbar gemacht,
worüber viele Menschen längst nachdenken, das aber nur wenige offen auszusprechen wagen:
Diese Gesellschaft verliert zunehmend die Fähigkeit, zwischen Menschen und Politik zu unterscheiden. Wo früher (in meiner Zeit als Schwulenaktivist) die Forderung nach Freiheit, Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt im Mittelpunkt stand, dominieren heute nur noch politische Lagerkämpfe. Wer Fragen stellt, wird schnell verdächtigt. Wer Kritik äußert, wird eingeordnet. Wer nicht zustimmt, wird ausgegrenzt.
Aus einer Szene-Bewegung, die einst für Akzeptanz kämpfte, ist eine politische Bühne geworden, auf der nicht mehr das Verbindende, sondern nur noch das Trennende betont wird.
Wenn Todesopfer zur Nebensache werden
Mein Lied CSD: BLUT-ROT gefärbt ist mit Bildern aus der Vergangenheit (Schwulenbewegung) und der Gegenwart (Attentat und politische Reaktionen) versehen und das gesamte Liedprojekt entstand aus einem Gedanken, der mich, nach den Ereignissen rund um diesen islamistischen Anschlag am 25. Juli 2026 in Berlin, nicht mehr losgelassen hat.
Ein Mensch verliert sein Leben. Andere werden verletzt. Menschen trauern, Menschen sind geschockt, Menschen stellen Fragen. Doch noch bevor die Betroffenheit wirklich Raum bekommen kann, beginnen wieder die bekannten politischen Reflexe: Schuldzuweisungen, Lagerdenken und Instrumentalisierung.
Dabei sollte die erste Frage niemals lauten:
Wem nützt ein solches Ereignis politisch?
Die erste Frage sollte immer lauten:
Was ist geschehen und wie kann so etwas in Zukunft verhindert werden, damit sich so etwas nicht wiederholt?
Und gaynau dort beginnt für mich die eigentliche Kritik. Nicht an einzelnen Menschen, Parteien oder Gruppen, sondern an einer politischen Kultur, die nur noch und zuerst nach dem vermutlichen Gegner sucht, statt nach der Wahrheit.
Zwei Bilder – eine Botschaft
Deshalb gehören meine zum Lied kreierten Bilder auch zusammen.
Das erste Bild (oben rechts)
zeigt das Brandenburger Tor in den Farben des CSD, umgeben von Kerzen und trauernden Menschen. Der Titel CSD: BLUT-ROT gefärbt soll niemanden angreifen, er soll deutlich machen, daß selbst die schönsten Symbole ihre Unschuld verlieren, wenn Gewalt, Angst und Tod ihren Schatten darauf werfen.
Das zweite Bild (unten)
trägt den Titel „Treffpunkt in der Mitte“.
Dort stehen alle politischen Fahnen am Rand. In der Mitte sitzen die Menschen aus den politischen Lagern friedlich zusammen und sprechen zueinander.
Gaynau das ist kein Zufall: Denn Fahnen diskutieren nicht miteinander. Parteien reden nicht miteinander. Ideologien hören einander nicht zu.
Aber Menschen können das.
Und vielleicht haben wir gaynau das in den vergangenen Jahren zu oft vergessen.
Die eigentliche Gefahr
Viele Menschen sprechen heute über Extremismus. Manche sehen ihn nur rechts. Andere sehen ihn nur links. Wieder andere suchen ihn ausschließlich in religiösen oder weltanschaulichen Gruppen.
Doch die eigentliche Gefahr beginnt oft schon früher.
- Sie beginnt dort, wo Menschen aufhören zuzuhören.
- Sie beginnt dort, wo politische Zugehörigkeit wichtiger wird als der einzelne Mensch.
- Sie beginnt dort, wo jede Diskussion nur noch aus Freund und Feind besteht.
Eine Gesellschaft zerbricht selten an ihren Unterschieden.
Sie zerbricht daran, daß niemand mehr bereit ist, mit dem anderen zu sprechen.
Und das nicht mehr miteinander Sprechen ist heute in jedem Bereich gang und gäbe, wie mein Aufsatz dazu aufzeigt.
Treffpunkt in der Mitte
Mein Lied CSD: BLUT-ROT gefärbt ist mit Absicht laut und kraftvoll, damit es das gegenwärtige unerträgliche politische Geschrei übertönt. Es kann auch gern als Hymne für einen Neuanfang gesehen werden.
CSD: BLUT-ROT gefärbt endet dann aber auch nicht mit der spürbaren Wut des Refrains, sondern mit einem Wunsch, ja mit einer großen Bitte:
Die heutige Gesellschaft
- muß wieder lernen, zwischen politischen Gegenspielern und Mitmenschen zu unterscheiden;
- sie muß wieder lernen, daß man eine Meinung kritisieren kann, ohne dafür einen Menschen zu verachten;
- sie muß wieder lernen, daß Freiheit auch bedeutet, andere Ansichten auszuhalten;
- und sie muß wieder lernen, daß Frieden niemals dort entsteht, wo eine Seite die andere Seite ausradieren will.
Der Weg aus der Spaltung führt weder nach links noch nach rechts.
Er führt aufeinander zu:
Treffpunkt in der Mitte!
Letzter Gedanke
CSD: BLUT-ROT gefärbt ist deshalb mehr als ein Lied über ein einzelnes Ereignis. Es ist eine Mahnung vor einer Entwicklung, die viele Menschen spüren, aber nur selten benennen, aus Angst ebenso durch das aktuelle politische Raster zu fallen.
Vor allem aber ist es ein Aufruf, den gemeinsamen Weg wiederzufinden, denn:
Das erste Bild zeigt, was geschieht,
wenn Angst, Haß und politisches Lagerdenken die Oberhand gewinnen.
Das zweite Bild zeigt, was möglich wird,
wenn Menschen wieder miteinander sprechen.
Zwischen diesen beiden Bildern liegt die Entscheidung, vor der diese Gesellschaft heute steht und sich entscheiden muß, damit alles nicht noch weiter eskaliert.
Meine Hoffnung ist klar
Weniger Feindbilder. Weniger politische Schützengräben.
Mehr Menschlichkeit. Mehr echter Respekt. Mehr ECHTE Freiheit.
Und vielleicht wieder etwas mehr von dem, was uns trotz aller Unterschiede miteinander verbindet. Denn am Ende sind wir nicht zuerst links oder rechts.
Wir sind Menschen. Und gaynau dort sollte alles wieder beginnen.
P.S.:
Der vollständige eingeblendete Liedtext kann im YouTube-Video
https://youtu.be/q2AldZOAOr8
mitgelesen und (gern) mitgesungen werden.
Das Video enthält zusätzlich historische und aktuelles Bildmaterial.
Im Refrain werden Aufnahmen gezeigt, die aus der Zeit der Schwulen- und Lesbenbewegung in den 1970er bis 1980er Jahren stammen, also aus einer Zeit, wo wir Schwulen, Lesben und weitere Minderheiten noch GEMEINSAM für echte Gleichberechtigung, Anerkennung und gleiche Rechte auf die Straße ging.
In den Strophen werden aktuelle (und erschreckende) Bilder eingeblendet, die die gesellschaftlichen Spannungen und die Trauer rund um das Attentat beim Berliner CSD 2026 sichtbar machen.
Gerade dieser visuelle Gegensatz war mir wichtig: der Vergleich zwischen dem damaligen Kampf um Freiheit und Akzeptanz und der Frage, an welchem Punkt diese Gesellschaft mit ihrer Queer-Agenda heute steht. Jeder Leser und Zuschauer kann und sollte daraus bitte seine eigenen Schlüsse ziehen.
Mit besten und freien Grüßen,
Rosa von Zehnle.
schreibendER, herausgebER, musikmachER, kreativER, volks-
philosophierendER & naturrechtlER
zudem
inhabER und machER des
Rosa Archiv & Bibliothek
gegr. 1986 in Leipzig:
und gründER und machER des
175er Verlag & TROTZ Verlag
- – - – - – -
Artikel-Serie beginnend ab 2026 zum Rosa Archiv:
40 Jahre ROSA ARCHIV & Bibliothek 2026
aber auch GLB: Rezensionen & Kommentare
und ebenso die ab 2026 begonnene Reihe:
Hörbeiträge (Podcast)
auch zu Szene-Themen!
Rosa von Zehnle úr
Ùjudvar, 2026.07.31
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https://175er-verlag.org/.recherchiert/archive/11182
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